Fit für’s Krankenhaus (4)

Obwohl schon in der Blüte meines Lebens, werde ich zu jeder Operation von meinen Eltern begleitet, die mittlerweile auch über so manches Expert*innenwissen verfügen. Da das neue Jahr mit einem Besuch auf der neurochirurgischen Station in Süddeutschland eingeläutet wird, ein kleiner Gastbeitrag vom Herrn Papa über eine seiner Leidenschaften: Essen.

Essen aus Großküchen, ob als Student in der beliebten Mensa oder als Angestellter eines großen Unternehmens in der Kantine, schmecken oft fade und auch über das Auge, was ja schließlich mitisst, werden die Geschmacksknospen nicht stimuliert und befriedigt. Das gilt auch für das Essen im Krankenhaus. Auch wenn in vielen Krankenhäusern mittlerweile die Essenszubereitung outgesourced sind, wie es im Neudeutsch heute heißt und mit einem eigenen Mitarbeiterstab in einheitlicher Uniform ausgestattet ist. Meistens kommt jemand von diesem Servicepersonal kurz nachdem man sein Zimmer und Bett bezogen hat und bespricht für die nächsten Tage Frühstück, Mittag- und Abendessen. Für das Mittagessen beispielsweise kann man zwischen mehreren Gerichten wählen und häufig wird als auch noch ein vegetarisches Gericht angeboten. Die Namen der Gerichte sind oft vielversprechend, das Ergebnis häufig ernüchternd.

Also, wie kann ein Krankenhausaufenthalt, wo schon der OP-Tag und meist auch der 1. Post OP-Tag appetitlos verbracht werden, kulinarisch nicht völlig in die Hose gehen.

10. Recherche

(c) Joao Silas Quelle: unsplash.comNatürlich ist es möglich sich ein paar Sachen mitzunehmen aber wer weiß schon im Voraus, auf was man  nach einer überstandenen OP Hunger hat. Deshalb ist es wichtig sich vor dem Krankenhausaufenthalt gründlich zu informieren. Ganz zentral hierbei: das Angebot in der jeweiligen Krankenhaus-Cafeteria. Gibt es dort nur Kuchen, Süßigkeiten und Eis oder auch einen kleinen Mittagstisch mit regionalen Spezialitäten wie Laugenbrezel, schwäbischem Kartoffelsalat oder einer Portion frischem Krautsalat. Anmerkung: Das Beste Post-OP Essen war der gut gewürzte Kartoffelsalat um 09:30 Uhr. Ich werde diese Geschmacksexplosion niemals vergessen. 

11. Frau oder Herr Geh-Mal

(c) Dan Gold Quelle: unsplash.conWenn der 1. Post-Op Tag vorbei ist und langsam der Appetit zurück kommt, brauchst Du einen eigenen Lieferservice. In Deinem persönlichen Betreuerstab benötigst Du daher eine/einen “Frau/ Herr Geh-Mal“. Diese müssen über hervorragende Ortskenntnisse verfügen und allzeit bereit sein, die gewünschten Appetithäppchen zu organisieren. Dabei ist auch mal etwas Improvisation gewünscht.

Nur über einen solchen persönlichen Liefer- und Organisationsservice wird sich der/die Patient*in schnell wieder erholen und der Krankenhausaufenthalt zumindest vom Essen her nicht in schlechter Erinnerung bleiben.

12. Minimalprinzip (v. d. Autorin)

Obwohl Krankenhausessen zumeist hinter den eigenen Ansprüchen zurückbleibt, kann man dennoch mit etwas Geschick das Beste aus dem trostlos wirkendem Essenstabett machen. Sei wählerisch und esse nach dem Minimalprinzip. Meiner Erfahrung nach ist die Suppe nicht nur das bestgelungenste Kochergebnis und zumal wirklich so etwas wie gewürzt, sondern auch dasjenige, was man immer hinunter bekommt. Auch wenn es nur ein paar Löffel sind, hast du schon mal was warmes im Magen und kannst im Anschluss getrost in die Cafeteria gehen oder deinen persönlichen Lieferservice beauftragen und dir  Kalorienbomben oder was auch immer bestellen. Zumeist gibt es in deinem Betreuerstab dann auch eine Person, die Essen in all seinen Facetten so sehr liebt, dass sie das im Zimmer stehen gelassene Krankenhausmenü für dich beendet. Ich möchte hier keine Namen nennen. Papa.

Papa und ich

Herr Geh-Mal alias Papa macht sich mittlerweile auch recht gut im Kosmos des OP-Shoppings.

 

 

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