2018

Als ich heute über das Jahr 2018 grübelte, wurde mir schlagartig bewusst: noch nie gingen 364 Tage so schnell vorbei! Wo ist das Jahr und meine 30 geblieben!

Dieses Jahr – oder wie man in meiner Wahlheimat sagt „heuer“ passierte so einiges: erfreuliches, trauriges und unerwartetes. Sachen wurden beendet, Herausforderungen in Angriff genommen, Ideen überraschten mich und ich glaube noch nie so viel reflektiert zu haben. Ein Grund dafür war die wohl herausforderndste Operation, der ich mich seit meiner Diagnose mit NF2 stellen musste. So war nach meinem 30. Geburtstag ende Februar (Schaltjahr: also liebe Leser*innen am 28.02 oder 01.03 gratulieren) sehr schnell klar, dass ich mich aufgrund einer deutlichen Größenzunahme einem erneuten Eingriff an einem Tumor im Gesicht unterziehen musste. Es war nicht nur aufgrund der bürokratischen Hürden dank meines neues „Auslandspatientinnen“- Status nervenaufreibend, sondern der gesamte Aufenthalt. Dies zeigte sich besonders deutlich, als ich nach meiner mehr als raschen Erholung (ein paar Tage nach meiner Entlassung genehmigte ich mir eine Weinschorle/weißen Spritzer) mit meiner Therapeutin über meine Zeit im Krankenhaus sprach. Ja noch etwas, was dieses Jahr passierte: ich begann wieder eine Therapie zu machen. Grund dafür war unter anderem auch die bevorstehende Operation und Angst gewesen. Auch wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt – ich schreibe es ganz offen – noch nicht in der Lage bin über diesen Eingriff zu berichten, kann ich sagen: es lief alles perfekt. Keine Nervenschäden. Alles „wieder“ gut. Die unsichtbare Narbe, die all dies in meinem Inneren hinterlassen hat, wird auch bis morgen nicht verheilt sein und etwas, was ich mit ins neue Jahr „schleppen“ werde. Ich bin aber bestrebt, die ein paar Stiche zählende innere Narbe zu pflegen, bis ich euch darüber erzählen kann.

Operation April 2018

Das Jahr war aber nicht nur deswegen ein gesundheitlicher Fehlschlag: im Sommer schlug ich mir (keine Ahnung genau wie?) den Ellenbogen an, der bis aufs Unkenntlichste anschwoll. Es wurde punktiert, bandagiert und Schmerztabletten geschluckt. „Baden eher nicht Frau Kutsch“. In den Urlauben mit Freunden und der besseren bockigen Hälfte merkte ich dann warum: tat so ziemlich weh, der Schwimmzug. Im Spätsommer schließlich konnte ich jenen Arm gar nicht mehr heben. Ich probierte alles: Physiotherapie, Osteopathie, Sakralenergetik, Öle, Salben. Als irgendwann die NF2 an die Tür klopfte, schlug die Unwissenheit in Angst um. Bitte kein Tumor in der Schulter. MRT Termin. Die „erfreuliche Nachricht“: nur eine Schleimbeutelentzündung. Es folgten Massagen und Stromtherapie. Ich hatte es satt. Nun ja und dann kam die Erleuchtung: verdammt die Zähne!!! Ich ließ mich nach Jahren mal wieder kontrollieren. War eh klar. Füllungen mussten erneuert werden und ÜBERRASCHUNG! alle auf der Seite meines plärrenden Arms. Kurz danach schmerzte und klopfte es im Unterkiefer ganz hinten. Wieder Arzt, Wurzelbehandlung. Im Heimurlaub wurde es nicht besser, also auch hier wieder Zahnarzt nochmals Wurzelbehandlungen. Der Schmerz steigerte sich stetig und ich war das erste Mal Ibuprofen-Fan. Zurück in Wien (mittlerweile schreiben wir Dezember) wusste auch meine Zahnärztin nicht mehr weiter und ich wurde in eine private Zahnarztpraxis geschickt, die auf Zahnerhaltung spezialisiert ist. Wo ich eigentlich entschieden hatte, mir den Zahn ziehen zu lassen, bin ich rückblickend froh, dort gewesen zu sein. Während ich dort 2 Stunden betäubt unter dem Mikroskop lag, hörte ich endlich die Diagnose „Riesengroße Entzündung mit Eiter in den Wurzelkanälen“. Die Kosten werden erheblich sein und dennoch! Nach einer Woche starker Antibiotika und Schmerzmittel sind die Schmerzen im Zahn und der Schulter endlich weg. Es werden noch einige Sitzungen nötig sein, aber: endlich ist Klarheit und ein Behandlungsplan da! Und die Erkenntnis das zum ersten Mal nicht die NF2 für ein ************ gesundheitliches Jahr verantwortlich war!

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: dieses Jahr war großartig und voller kleiner Erfolge!! Ich darf mich publizierte Sprachwissenschaftlerin nennen, ich habe eine Buchidee und wurde in diesem Jahr zum ersten Mal Tante Clara …

Isabelle

Was für mich aber übrig bleiben wird, ist etwas, was ich in meiner Therapie gelernt habe. Wenn es um Entscheidungen geht, die wir selbst treffen können, immer schauen wo in uns was passiert. Stolpert das Herz, freut es sich, zieht sich der Bauch zusammen? Wir können im Leben nicht alles beeinflussen, aber wir können lernen ganz bei uns selbst zu sein.

In diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr: malt in bunten Farben, mit oder ohne Narben!