Fit für’s Krankenhaus (1)

Das Leben mit NF2 bringt viele Herausforderungen mit sich. Eines davon sind die operativen Eingriffe, die man aufgrund des Wachstums von Tumoren durchführen lassen muss. Ich bin da keine Ausnahme: in meiner Krankenhausbiographie finden sich um die 18 stationären Aufenthalte. Ob Duisburg, Freiburg, Hamburg oder Tübingen, ob Neurochirurgie oder Plastische, es ist immer dasselbe: Schmerzen, schlechtes Essen und Langeweile. Doch das muss nicht sein: Tipps für den gelungenen Krankenhausaufenthalt. Teil 1

Tipp 1: „Ermittlung von Einkaufsmöglichkeiten“

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Tübingen 2011

Krankenhäuser genauso wie Operationen wecken oft negative Assoziationen in unserem Inneren. Ändert das! Verbindet ganz bewusst die geplanten Aufenthalte mit etwas Positivem: Shopping! Nach langjähriger Erfahrung kann ich sagen, dass es kleine Traditionen sind – wie der Besuch in der Stamm-Boutique – die einem Sicherheit geben. Vor jedem Eingriff besuche ich ein italienisches Schuhgeschäft in der Tübinger Altstadt und habe es bislang fast nie ohne Tüte verlassen. Mittlerweile fragt auch mein Professor nach neuen Schuhen und kam im letzten Jahr zu dem Schluss: „Ohne neue Schuhe würde sich die Operation auch nicht richtig anfühlen, oder?“

Tipp 2: „Gala, Bunte und Co.“

Krankenhausalltag

HWS Operation 2015

Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch: genauso fühlen sich die endlos langen Tage vor dem Eingriff und die endlos langen Tage nach dem Eingriff an. Hat man die Warterei der Aufnahme erfolgreich absolviert, folgt die Warterei bei der Anästhesie. Für einen erfolgreichen Zeitvertreib rate ich zu guten, alten Klatschmagazinen: Gala und Bunte! Liest man aufmerksam die neuesten Gerüchte vom Buckingham Palace und Hollywood, wird so vieles ins rechte Licht gerückt. Was ist eine OP schon gegen Kate Middletons Schwangerschaftsübelkeit? Eben. Für ganz Ungeduldige empfehle ich das Bilderrätsel der NEON: hier kann man getrost 2 Stunden über ein Bildchen und seinen übertragenden Sinn grübeln. Assistenzärztinnen und – ärzte eignen sich übrigens oft als Miträtselnde.

Tipp 3: „Das kleine Schwarze“

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(c) Kris Atomic Quelle: Unsplash

Es gibt wohl keinen Ort, an dem man sich weniger sexy fühlt als im Krankenhaus. Und wieder: das muss nicht sein! Hier sollte man die Gunst der Stunde nutzen – den anderen geht es genauso! Packt also neben den gemütlichen Schlafsachen zumindest ein Nachthemd/ Ensemble ein, in dem ihr euch nicht nur wohl, sondern auch schön fühlt! Sicher, man kann die Genesung nicht beschleunigen, aber die Psyche muss ja bekanntlich auch heilen und das klappt mit Selbstliebe ganz gut. Für Mutige: ein Spritzer Parfum kann wahre Wunder wirken. Warum? Weil damit keiner rechnet – besonders nicht während der Visite. Und man weiß ja nie wer dabei sein wird …

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