Fit für’s Krankenhaus (4)

Nach längerer Abwesenheit einige neue Tipps für einen erholsamen Krankenhausaufenthalt: bewährt, erlebt, ehrlich.

Tipp 10: „Mehr Kitsch bitte!“

UKE Hamburg irgendwann im vergangenen Jahrzehnt.

UKE Hamburg vor 13 oder 14 Jahren

Als waschechte Germanistin könnte ich nun lügen und behaupten, dass sich als Krankenhauslektüre Böll, Bukowski, Goethe und Heine ziemen. Und glauben würde man mir höchstwahrscheinlich auch. Da Authentizität alles im Leben ist, wird auch in puncto Krankenhaus nicht geschummelt. Wenn man sich schon Stammgast im Krankenhaus nennen darf, sollte man die viele Zeit auch nutzen und Dinge tun, für die im Alltag die Zeit zu kostbar erscheint. Und das sind (meines Erachtens) schöne, romantische Bücher, die man mit einem lächelnden Seufzer schließt. Natürlich habe ich auch schon anderes im Krankenhaus gelesen, doch heitern mich solche Bücher am meisten auf. Das beste Buch jedoch, was ich während eines  Aufenthalts las war „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls. Was hatte ich davon? Ich las eine Nacht durch und weinte beim Entlassungsgespräch.

Tipp 11: „Vorsicht ist besser als Nachsicht“

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(c) James Sutton Quelle: Unsplash

Es gibt immer wieder dreiste Diebstähle in Kliniken gerade bei PatientInnen, die  im OP oder bei Untersuchungen sind. Also größere Geldbeträge,EC und Kreditkarten, Schmuck, Tablets… am besten zu Hause lassen. Euer Smartphone könnt ihr im Safe hinterlegen. (Von einer Krankenschwester – also haltet euch dran!).

Tipp 12: „Fettig ist das neue Blond“
Wer schon mal am Kopf oder der Halswirbelsäule operiert wurde, der hat höchstwahrscheinlich dieselben fettigen Erinnerungen wie ich an die postoperative Zeit. Denn – oh weh – Haare waschen geht erst mal nicht. An sich ja kein Problem; die Haare mal schön durchfetten lassen, soll ja angeblich der Kopfhaut gut tun und ist mittlerweile ein richtiger Trend geworden. Und dennoch: nach einem operativen Eingriff mit seinem vielen Kodan will man schnellstmöglich wieder so riechen wie man selbst, beziehungsweise seinen (Haar)Pflegeprodukten. Der erste Gang zur Dusche fühlt sich demnach auch immer so an, wie als erster beim Mario Kart über die Ziellinie zu fahren. Wenn sich der erste Duschgang aber auf alles unterhalb des Halses beschränkt, fühlt man sich höchstens wie der/ die Drittplatzierte. Und hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten, dem unbefriedigendem Gefühl entgegenzuwirken:

  • Sucht einen Frisör auf und lasst die knifflige Frage nach der Bedeckung der/ den. Narbe(n) von einem Profi beantworten. Auch das Problem der eingeschränkten Halsbewegung lässt sich nach etwas Ausprobieren mit und auf dem professionellen  Frisör Equipment lösen – Wasserspaß vorprogrammiert … Übrigens: viele große Kliniken verfügen häufig über einen Salon im Hause.
  • Kauft euch schöne Haaraccessoires wie Bänder und kaschiert fettige Ansätze. Omas Seidentücher eignen sich dafür übrigens besonders gut, stimmt’s Oma?
  • Seid experimentierfreudig! Ihr werdet staunen, zu was sich fettige Haare bereit erklären, wo glänzende, frisch gewaschene Haare nur arrogant die Spitzen schütteln:
meinenarbenundich

Haarsession vor 13 oder 14 Jahren.

Ihr habt auch Tipps? Schickt Sie an claramariakutsch@gmail.com! Ich freue mich, xoxo meinenarbenundich!