Fit für’s Krankenhaus (3)

Nach langer Abwesenheit darf ich euch heute wieder neue Tipps für einen Krankenhausaufenthalt auf hohem Niveau vorstellen: von und für euch – Teil 3!

Tipp 7: „In der Würze liegt die Kraft“

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(c) Jason Leung Quelle: Unsplash

Ich kann nicht sagen, ob es sie überall gibt, bin mir aber ziemlich sicher: die Teewagen. Meist weiß, etwas abgenutzt und mit verheißungsvollen Kannen auf denen „Kaffee“ und „heißes Wasser“ steht. Hier dürfen sich die PatientInnen und deren Angehörige frei bedienen. Das Problem: es schmeckt meistens nicht. Der Kaffee ist oft verbrüht oder hat einen etwas sonderlichen Geschmack (vielleicht werden die Kannen auch desinfiziert, siehe Tipp 5) und ja die Teesorten sind so typisch krankenhaushaft, dass man schon wieder Sympathie für sie entwickelt: Kamillen-, Pfefferminz-, und Früchtetee. Wollt ihr so euren Tag beginnen? Deckt euch also mit ordentlichen Teesorten (Frauenpower, Lebensfreude, Innere Harmonie, Sweet Chili, Detox deine Seele usw.) ein und genießt im monotonen Krankenhausalltag etwas Abwechslung.

Tipp 8: „Winterspeck willkommen“

Ich weiß. Jede möchte ihn einmal haben: den Sixpack. Ich war immer mal wieder nah dran, man konnte Muskeln erahnen und etwas Hartes fühlen, aber so richtig geklappt hat es nie. Wer im Sommer mit seinen Grillsessions, Eissorten und Radler konsequentes Bauchtraining durchzieht, hat jedenfalls meinen Respekt. Wo ein Sixpack aber kontraproduktiv (ja ich meine kontraproduktiv) sein kann, ist im Krankenhaus. Hier heißt es „Winterspeck volle Kraft voraus!“. Wenn man Glück hat, bekommt man sie nur morgens, wenn man Pech hat und einen etwas größeren Eingriff erfolgreich hinter sich gebracht hat, der bekommt sie auch abends. Richtig. Die Thrombose-Spritzen. Um die Gefahr von Thrombosen (Blutgerinnsel) zu minimieren, werden nach einer Operation täglich kleine Injektionen in den Bauch gegeben. Tut kaum weh. Mit etwas Bauchspeck spürt man sie aber gar nicht. Verabschiedet euch also getrost von steinharten Bauchmuskeln und denkt, wenn euch der/die PflegerIn die Spritze ansetzt mit einem Lächeln an euer letztes Bier, denn wie es so schön heißt:

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Tipp 9: „Willst du eine Pizza?!“

Krankenhausessen hat weltweit einen schlechten Ruf. Und das zurecht. Egal wie vielversprechend die Gerichte auf der Wochenkarte („Bitte kreuzen Sie an“) heißen, es bleibt ungewürzt und zu weichgekocht. Klar, es ist immerhin ein Krankenhaus und viele frischoperierte oder -therapierte PatientInnen vertragen nur leichte Kost. Vielleicht gehören wir auch dazu. Aber bei einem längeren Aufenthalt laufen wir nicht nur Gefahr zu viel Gewicht zu verlieren – denn das tut man zwangsläufig – sondern auch Geschmack zu vermissen. Viele Krankenhäuser gehen da proaktiv vor und legen Broschüren verschiedener Bestellservices aus. Greift zu! Es gibt nichts Besseres und der Gesundheit förderliches als sich mal was zu gönnen und eine Pizza zu bestellen. Natürlich behalten wir weiterhin unsere Manieren und speisen nicht auf Station, sondern in der Cafeteria oder wo es gute Sitzmöglichkeiten gibt. Wenn es unseren ZimmernachbarInnen aber ebenfalls gut geht und man sich auch versteht, bitte ansprechen: nichts schweißt mehr zusammen als eine Pizza in feindlicher Umgebung!

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(c) John Tyson Quelle: Unsplash

 

Ihr habt auch Tipps für den Krankenhausaufenthalt? Dann schreibt Sie hier als Kommentar oder schickt eine Mail an claramariakutsch@gmail.com!